Social Media Recruiting
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Für Unternehmen

Das Besetzen von vakanten Stellen gestaltet sich für Recruiter immer schwieriger. Besonders bei Stellen, für die der Markt gerade aufgrund des Fachkräftemangels erschöpft ist, müssen Recruiter neben den klassischen Stellenanzeigen eine andere Form wählen, um die Zielgruppe zu erreichen. Dafür greifen Personaler immer öfter zu sogenanntem Social Media Recruiting zurück. Wir geben einen Überblick darüber, was Social Recruiting bedeutet und wie Du dadurch Deine Zielgruppe besser erreichen kannst.

Was ist Social Media Recruiting?

Klassische Stellenanzeigen führen vor allem bei jüngeren Zielgruppen immer seltener zu dem gewünschten Ergebnis. Deswegen verlagert sich die Rekrutierung mehr und mehr auf die Kommunikationskanäle, auf denen sich die Zielgruppe befindet. Der Begriff Social Media Recruiting beschreibt dabei eine Disziplin des Personalmarketings. Hierbei wird aktiv die Kommunikation mit potenziellen Bewerbern auf sozialen Online-Kanälen gesucht und gefördert.

Unternehmen identifizieren die Kanäle, auf denen ihre Zielgruppe interagiert, um die Kandidaten zielgerichtet anzusprechen. Im Vergleich zum klassischen Personalmarketing lebt das Social Media Recruiting vor allem von den Interaktionen zwischen Unternehmen und Bewerber. Der große Mehrwert, der dadurch entsteht, ist das z. B. auf Rückfragen schnell und unkompliziert geantwortet werden kann. Da Social Media seit einigen Jahren aus dem digitalen Leben vieler Menschen in Deutschland und weltweit nicht mehr herauszudenken ist, wird beim Social Media Recruiting genau dort der Kontakt hergestellt.

Besonderheit Active Sourcing

Eine besondere Methode des Social Media Recruiting ist das Active Sourcing. Bei dieser Art der Personalbeschaffung werden Maßnahmen durchgeführt, um geeignete Kandidaten zu identifizieren und um mit diesen in Kontakt zu treten. Es wird aktiv nach passenden Bewerbern gesucht, anstatt zu warten, bis eine Bewerbung eines geeigneten Kandidaten eingeht.

Warum Social Media Recruiting?

64 Minuten täglich ­– so lange halten sich die Nutzer von sozialen Medien im Durchschnitt täglich auf den sozialen Plattformen auf. Bei jüngeren Benutzern ist dieser Wert noch erheblich höher. Soziale Medien bieten dadurch die perfekte Möglichkeit, die Zielgruppe zu erreichen. Dabei gibt es verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten neben dem Social Media Recruiting. So können die Plattformen zum Beispiel auch für Employer Branding und als wichtiges Instrument für Empfehlungsmarketing verwendet werden. So bietet Social Media besonders Marken, die bisher als eher unattraktiv wahrgenommen werden, die Chance, durch gelungenen und kreativen Content, eine andere Seite zu präsentieren.

Besonders berufliche Netzwerke wie LinkedIn oder Xing eignen sich gut für das Social Media Recruiting. Dort können bereits viele Informationen über potenzielle Bewerber eingeholt werden, wie zum Beispiel der Lebenslauf oder Qualifikationen. Voraussetzung dafür ist ein gepflegtes Profil.

Das Social Media Recruiting beinhaltet auch eine Vielzahl von weiteren Vorteilen:

  • einfacher Zugang zu passenden Kandidaten
  • das Social Recruiting kann ausgelagert und damit die Personalabteilung entlastet werden
  • geringe Kosten
  • authentisches Recuiting fördert das Image und damit die Wahrscheinlichkeit, dass sich geeignete Kandidaten bewerben

Die verschiedenen Plattformen

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Social Media Plattformen, die alle ihre Eigenarten haben, welche beim Social Media Recruiting beachtet werden müssen.

LinkedIn

Die große Netzwerkplattform ist besonders für den beruflichen und professionellen Nutzen ausgelegt. Mit 12 Millionen Nutzern allein in Deutschland, die meisten davon zwischen 35 und 59 Jahre alt, eignet sich LinkedIn besonders für Professionals. Das besondere an LinkedIn ist auch die internationale Vernetzung und der hohe Interaktionsanteil. Mit Beiträgen, die durch ein Werbebudget gesponsert sind, kann eine höhere Reichweite erreicht und speziell auf die Zielgruppe ausgespielt werden.

Wir empfehlen:

  • das Anlegen einer Unternehmensseite
  • stetiges Aktualisieren
  • Stellenangebote (kostenpflichtig)
  • Active Sourcing

Xing

Xing ist eine weitere berufliche Plattform, die auf das Netzwerken ausgelegt ist. Hier liegt der Fokus weniger auf der Interaktion als bei LinkedIn und ist auch weniger international ausgelegt. Für rein national agierende Unternehmen ist Xing daher eine sehr gute Anlaufstelle. 14 Millionen deutsche Nutzer (vermehrt in der Altersgruppe zwischen 31 und 40) sprechen für das Portal. Besonders Professionals, Executives und Manager können hier gefunden werden. Praktikanten und Studenten halten sich eher weniger auf dieser Plattform auf.

Wir empfehlen:

  • das Anlegen eines Unternehmensprofils
  • Unternehmensbewertungen (von Xing in Kooperation mit kununu)
  • Stellenanzeigen (kostenpflichtig)
  • Active Sourcing
  • Eintritt in jobspezifische Gruppen

Facebook

Auch wenn es den Eindruck vermittelt, dass Facebook nicht mehr so viele Nutzer hat, sind es immer noch 32 Millionen Deutsche, von denen 23 Millionen täglich online sind. Die meisten Nutzer sind zwischen 25 und 34 Jahre alt, die jüngere Generation ist auf Facebook eher selten anzutreffen. Da Facebook kein berufliches Netzwerk ist, können hier Nutzer gezielt in ihrem privaten Umfeld angesprochen werden. Auch Facebook bietet die Möglichkeit, durch ein Werbebudget Beiträge hervorzuheben und auch Nutzern auszuspielen, die dem Unternehmen nicht folgen. Dadurch kann eine höhere Reichweite erreicht und eine spezielle Zielgruppe angesprochen werden.

Wir empfehlen:

  • das Anlegen eines Unternehmensprofils
  • ab 2000 Likes kann einer Unternehmensseite eine eigene Jobseite hinzugefügt werden
  • Jobsuche in Beiträgen
  • Eintritt in Gruppen

Instagram

Instagram ist mit 15 Millionen deutschen Nutzern eine sehr beliebte Plattform. Besonders unter jungen Leuten zwischen 13 und 34 ist sie sehr populär. Etwa 80 % der Nutzer folgen mindestens einem Unternehmensprofil. Je nach Zielgruppe können so gezielt auf diese Nutzer Beiträge oder Jobanzeigen veröffentlicht werden. Inzwischen sind es die Nutzer gewohnt, neben den privaten Beiträgen auch Werbebeiträge zu sehen.

Wir empfehlen:

  • Unternehmensprofil (kostenfreier Business Account)
  • regelmäßige Beiträge
  • Sponsored Posts oder Stories für Jobanzeigen

Twitter

Mit 12 Millionen Nutzern erfreut sich auch Twitter immer noch großer Beliebtheit. Dort sind durchschnittlich etwa 2,5 Millionen Nutzer wöchentlich online. Die meisten Nutzer sind zwischen 18 und 44 Jahre alt, weshalb eine große Bandbreite an Zielgruppen angesprochen werden kann. In Deutschland ist Twitter allerdings nicht so groß, wie in vielen anderen Ländern. Überwiegend wird die Plattform rein privat genutzt, allerdings auch zum Vernetzen mit Unternehmen oder Business-Kontakten.

Wir empfehlen:

  • Unternehmensprofil
  • regelmäßige Inhalte
  • Stellenanzeigen über eigene Tweets (auch sponsored möglich) verbreiten

 

Es gibt noch weitere große Plattformen, wie Snapchat oder TikTok, aber auch viele kleine Social-Media-Kanäle, die je nach Zielgruppe für Unternehmen relevant sein könnten. Wichtig ist, die Zielgruppe zu kennen. Wenn sich Deine Zielgruppe nicht auf diesen Plattformen bewegt, dann ist es nicht sinnvoll, Content und Aufwand in diese zu stecken.

Den eigenen Weg finden

Wer Social Media Recruiting nutzen möchte, sollte sich vor allem erst einmal damit auseinandersetzen, welche Zielgruppe erreicht werden soll. Ebenso sollte das Ziel klar definiert sein. Es macht wenig Sinn, nach Studenten und Praktikanten auf einer Plattform wie Xing zu suchen, umgekehrt könnte man dort wunderbar die Suche nach Professionals durchführen. Wer seine Zielgruppe gut kennt, kann sie gezielter erreichen. Interaktion ist hier das Schlüsselwort, denn dadurch wird bereits eine gegenseitige Beziehung aufgebaut. Durch einen einheitlichen Social-Media-Auftritt mit klaren Richtlinien für Wording und Kommunikation wird Vertrauen aufgebaut, das beim Recruiting sehr wichtig ist.

Wir bei GVO Personal nutzen das Social Recruiting schon seit einiger Zeit mit unseren GVO Studyheads sehr erfolgreich. Die Mitarbeitergewinnung wird nicht nur durch unsere Personalabteilung betreut, sondern aktiv durch das Online Marketing und Social Media Manager gesteuert.